Bund
Internationaler
Detektive

Fachverband privater Ermittler

Zertifizierung nach der DIN SPEC 33452

Qualität bei Wirtschafts- und Privatermittlungen

Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern sind die Zugangsvoraussetzungen zur Erbringung privater Ermittlungsdienstleistungen sowie eine entsprechende Ausbildung in Deutschland nicht verbindlich geregelt.

 

Diese Regelungslücke hat dazu geführt, dass unqualifizierte Ermittlungsdienstleister mit mangelhaften Dienstleistungen und rechtswidrigen Methoden die Schlagzeilen bestimmen. Das Image der Detektive sowie anderer Ermittlungsdienstleister in Deutschland ist dementsprechend mitunter negativ geprägt. Bei potentiellen Kunden entsteht zudem häufig der Eindruck, dass Ermittlungen durch Private in vielen Bereichen grundsätzlich rechtswidrig seien.

 

Die Europäische Dienstleistungsrichtlinie sieht vor, dass Dienstleistungsbranchen länderübergreifende Standards definieren, um die jeweiligen Leistungen auf europäischer Ebene langfristig zu harmonisieren. Die IKD (der Dachverband der detektivischen Berufsverbände) hat schon vor zehn Jahren mit dem „IKD Common Minimum Standard“ und dem „IKD Common Standard of Competence“ Standards zur Erbringung von Ermittlungsdienstleistungen sowie zur beruflichen Qualifizierung definiert.

 

Die Stiftung für Gesellschaft & Recht hat diesen Gedanken aufgegriffen und als Initiator der DIN SPEC 33452 einen zuverlässigen und transparenten Qualitätsstandard für Deutschland entwickelt. Fachlich wurde das Projekt durch die Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe (ZAD), den Bund Internationaler Detektive (BID), die Internationale Kommission der Detektivverbände (IKD) und weitere Experten unterstützt.

 

Die DIN SPEC wird Ermittlungsdienstleistern in Deutschland neue Qualifikationsmöglichkeiten eröffnen und es Kunden erleichtern, seriöse von unseriösen Anbietern zu unterscheiden. Langfristig wird die DIN SPEC somit dazu beitragen, das Ansehen der Branche zu steigern und neue Betätigungsfelder zu erschließen.

 

Auf den folgenden Seiten möchte der BID interessierten Detektiven und Ermittlungsdienstleistern darlegen, welche Zertifizierungen sie auf Grundlage der DIN SPEC erreichen können, wie sie sich zertifizieren lassen können und welche Vorteile ihnen das bringt.

 

Was ist die DIN SPEC 33452?

Was ist eine Norm?

Eine Norm legt standardisierte Anforderungen an Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren fest. In Deutschland werden Normen durch das Deutsche Institut für Normung (kurz DIN) erstellt, die DIN handelt dabei im staatlichen Auftrag. Als anerkannte Marke DIN SPEC sorgt diese Spezifikation für eine größtmögliche Akzeptanz bei Kunden und Partnern und harmoniert mit bestehenden Regularien (im Falle der DIN SPEC 33452 z. B. den „IKD Standards“).

Was ist die DIN SPEC 33452?

Bezogen auf den Bereich der privaten Ermittlungsdienstleistung galt es, Klarheit darüber zu vermitteln, wie diese spezielle Dienstleistung auszuführen ist. Die DIN SPEC 333452 erleichtert es somit sowohl dem Ermittlungsdienstleister als auch dem Mandanten (Auftraggeber), einerseits den Rahmen der Dienstleistung zu erkennen und festzulegen und andererseits  die Qualität der Dienstleistung abzusichern.

Die DIN SPEC umfasst die grundlegenden Anforderungen fachlich adäquaten und rechtskonformen Handelns, der Einhaltung datenschutzrechtlicher Regelungen, der Wahrung der Persönlichkeitsrechte und des Verbraucherschutzes.

Ermittlungsdienstleister haben somit die Möglichkeit, ihr Unternehmen nach der DIN SPEC zertifizieren zu lassen und mit diesem Qualitätsnachweis zu werben. Die Schaffung einer staatlich anerkannten Norm ermöglicht es zudem erstmalig, detektivische (oder verwandte) Ausbildungen auf das Niveau eines IHK-Kammerabschluss anzuheben. Damit stehen Detektiven zukünftig neue, höherwertige Optionen zur Qualifizierung offen.

Wer hat die DIN SPEC 33452 entwickelt?

Normen werden in der Regel von denjenigen entwickeln, die sie später in der Praxis anwenden. Initiiert wurde die DIN SPEC 33452 durch die Stiftung für Gesellschaft & Recht. Die fachliche Ausgestaltung wurde wesentlichen durch die Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe (ZAD), den Bund Internationaler Detektive (BID) und durch die Internationale Kommission der Detektivverbände (IKD) vorgenommen. Die GRADAN Unternehmensentwicklung GmbH stand den Initiatoren beratend zur Seite.

Weitere Beteiligte waren der TÜV NORD sowie die CEMES SOLUTIONS GMBH, welche die DIN SPEC vor allem unter den Gesichtspunkten der Zertifizierbarkeit bzw. Prüfbarkeit begleitet haben. Mit der VERDATA DATENSCHUTZ GMBH & CO KG konnte zudem ein kompetenter Partner i. S. nationaler und europäischer Datenschutzbestimmungen gewonnen werden.

Was ist die DIN SPEC 33452 nicht?

• Die DIN SPEC ist kein Gesetz und daher nicht verpflichtend, sie ist vielmehr ein transparentes Gütesiegel und ein notwendiges Instrument, um die Wertigkeit der beruflichen Qualifikation anzuheben.

• Die DIN SPEC ist keine Ausbildung, sie definiert aber die Anforderungen an die Aus- und Fortbildung von Ermittlungsdienstleistern, bis hin zum IHK-Kammerabschluss.

• Die DIN SPEC ist kein Projekt des BID und der ZAD, auch andere Verbände, Zertifizierer und Fortbildungseinrichtungen können die DIN SPEC nutzen.

Qualifikation und Zertifizierung

Personen-Qualifizierung

Mit der DIN SPEC 33452 wurde ein anerkanntes Normen-Werk für Ermittlungsdienstleistungen geschaffen. Das hat eine unmittelbare Auswirkung auf die Möglichkeiten der Aus- und Fortbildung privater Ermittlungsdienstleister. So kann z. B. erstmalig die Prüfung von Lehrgangsinhalten an eine Industrie- und Handelskammer übertragen werden. Bisher haben die Industrie- und Handelskammern detektivische Ausbildungen lediglich zertifiziert.


Was bedeutet das ganz konkret?

Die Ausbildung der ZAD wird künftig in Kooperation mit der IHK Cottbus in einem IHK Kammerabschluss „Staatlich Anerkannter Berufsdetetkiv“ münden. Ein solcher Kammerabschluss stellt wohl die derzeit hochwertigste detektivische Qualifizierung in Deutschland dar.

Detektiven und Ermittlungsdienstleistern mit anderen Qualifikationen bzw. mit langjähriger Berufserfahrung wird der IHK-Kammerabschluss über ein beschleunigtes/vereinfachtes Verfahren zugänglich sein. Die ZAD wird hierzu Prüfungsvorbereitungskurse sowie entsprechendes Material anbieten. Der BID wird interessierte Mitglieder verbandsintern zu sehr geringen Kosten auf diese Prüfung vorbereiten.

Auch weiterführende Aus- und Fortbildungen (vor allem Spezialisierungen) sind auf Grundlage der DIN SPEC möglich. Damit kommt die Branche einem staatlich anerkannten Berufsbild sehr viel näher.

Unternehmenszertifizierung

Auch Unternehmen können sich nach der DIN SPEC 33452 zertifizieren lassen. Derzeit wird dieses Angebot mit verschiedenen Zertifizierern angebahnt. Ziel ist es, auch kleinen Unternehmen eine Zertifizierung zu ermöglichen – zu Kosten, die deutlich unter denen z. B. einer Zertifizierung nach ISO 9001 liegen.

Kosten und Aufwand

Den Initiatoren der DIN SPEC war es ein Anliegen, kein Normenwerk zu schaffen, das für kleine Unternehmen eine unnötige Hürde darstellt. Mit etwas Vorbereitung und zu überschaubaren Kosten wird es jedem Detektiv/Ermittlungsdienstleister möglich sein, sich zu qualifizieren und ggf. zu zertifizieren.

 

Vorteile

Warum sollte ich mich qualifizieren/zertifizieren lassen?

Sowohl der „staatlich anerkannte“ IHK-Kammerabschluss als auch eine Zertifizierung nach einer branchenspezifischen DIN-Spezifikation genießen eine hohe öffentliche Akzeptanz und stellen somit einen enormen werblichen Vorteil dar.


Die Initiatoren werden die DIN SPEC 33452 in den kommenden Monaten intensiv bewerben und den relevanten Zielgruppen erklären. Die DIN SPEC 33452 orientiert sich an den aktuellen Datenschutzanforderungen; die im Rahmen einer Zertifizierung erarbeiteten Prozesse können auch dazu verwendet werden, sich bei Bedarf gegenüber der Aufsichtsbehörde zu erklären. Durch objektiv nachvollziehbare Qualifikationskriterien eröffnen sich zertifizierten Ermittlungsdienstleistern ggf. ganz neue Betätigungsfelder und Auftraggeber-Gruppen.


Die DIN SPEC orientiert sich an europäischen Anforderungen („IKD Standards“). Durch eine Zertifizierung kann der Ermittlungsdienstleister seinen europäischen Kollegen oder auch ausländischen Fachministerien (z. B. bei der Beantragung einer Gewerbezulassung) leicht seine Qualifikation nachweisen. Irreführender Werbung mit branchenfremden Zertifizierungen (z. B. ISO 9001) wird entgegengewirkt.


Es liegt nun an der Branche, den Pfad zur Selbstregulierung und Professionalisierung einzuschlagen – leisten Sie Ihren Beitrag und profitieren Sie davon! Der BID berät Sie gerne, auch wenn Sie (noch) kein Mitglied sein sollten.

CertEuropA GmbH und ZAD

In Zusammenarbeit mit der CertEuropA GmbH in Kassel bietet die ZAD (Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe) in Berlin einen Vorbereitungsworkshop für die Zertifizierung an.

Mit der Veröffentlichung der DIN SPEC – Ende des Jahres 2017 – besteht die Möglichkeit, sich eigenständig nach dieser Norm zertifizieren zu lassen, einerseits die Personenzertifizierung (Ermittler) und zum anderen die Zertifizierung eines Unternehmens.

Die DIN SPEC 33452 zertifiziert die Rahmenbedingungen und Anforderungskriterien für die Erbringung gewerblicher privater Ermittlungsdienstleistungen.

Da es im Detektivgewerbe keinerlei Indikatoren für einen Kunden gibt, wie eine Detektei bzw. ein Ermittler arbeiten, leidet der Wunsch nach Sicherheit und Transparenz. Durch die Standardisierung von Prozessen durch eine Zertifizierung, kann man in vielen Fällen den Kunden näher an seine Dienstleistung oder auch an seine Produkte heranbringen. Der Kunde (egal ob Bestands- oder Neukunde) weiß, dass die beauftragte Detektei nach gewissen Grundsätzen und Vorgaben handeln muss. Dies wirkt sich in der Außendarstellung durchweg positiv nach und verbessert in den meisten Fällen die Reputation der zertifizierten Unternehmen grundlegend.

Sobald einige Detekteien mit der DIN SPEC Zertifizierung aktiv werben ist es durchaus möglich, dass einige Kunden diese als Anforderung für die allgemeine Auftragsvergabe an die Erbringung einer Dienstleistung voraussetzen. Der Kunde soll durch stetig besser werdende Qualität und das damit wachsende Vertrauen in das Produkt an den Dienstleister gebunden werden.

Wie kann ich mir das Wissen aneignen, um gut für die Erstzertifizierung vorbereitet zu sein und wer unterstützt mich dabei.

CertEuropA bietet in der Zusammenarbeit mit der ZAD einen Vorbereitungsworkshop für die Zertifizierung an. Dabei werden alle (für eine Erstzertifizierung geforderten) Anforderungen erklärt und besprochen. Bevor der Workshop beginnt, wird den Teilnehmern die benötigte und geforderte Dokumentation überreicht. Diese ist bis zum Beginn des Workshops durch die Teilnehmer zu sichten und im besten Fall schon zu bearbeiten. Der Workshop dient dann zur Klärung von Fragen zur Dokumentation und zu der Norm. Wir möchten den Teilnehmern während des Workshops die Grundanforderungen um die DIN SPEC 33452 näherbringen, damit sie diese im Arbeitsalltag ohne Probleme erfüllen können. Der Workshop soll lediglich einen Tag in Anspruch nehmen. Da die Möglichkeiten im Moment sehr eingeschränkt zur Verfügung stehen, prüft die ZAD zurzeit die Umsetzung zur Durchführung eines Webinars.

Weitere Informationen zur DIN SPEC 33425 – Zertifizierung

CertEuropA GmbH
Friedrich-Engels-Straße 26
D – 34117 Kassel
Telefon: +49(0)561 – 208 650 00
Ansprechpartner: Prof. Manfred Rothgänger

ZAD GmbH der Stiftung Gesellschaft und Recht e. V.
Postfach 84 02 21
D – 12532 Berlin
Telefon: +49(0)30 – 47 30 75 01 (Mo.-Fr. von 8-12 Uhr)
Ansprechpartner: Andreas Heim